Wolfgang Schäfer

Um mit dem Allerweltsnamen Schäfer legendär zu werden, muss man entweder im WM-Finale 1954 nach innen flanken oder in anderen unvergessenen Spielen Tore schiessen. Schäfer entschied sich dabei für das DFB-Pokalfinale 1985, in dem er das Siegtor gegen Bayern München erzielte. Mit diesem goldenen Treffer überragte er Teamkameraden wie Werner Vollack oder Ludger van de Loo und löste ein Versprechen ein. Denn vor dem Finale prophezeite Wolle einen 2:1 Sieg von Uerdingen mit dem Siegtorschützen Schäfer.

Gut dass Trainer Feldkamp auf die hellseherischen Fähigkeiten seines Stürmer vertraute und Schäfer in diesem Endspiel einsetzte. Zuvor war Schäfer eher Stammgast in der Kneipe als Stammspieler bei Bayer 05. Aber pünktlich zum Finale ließ er vom Glas, trainierte ordentlich und schürrte Erwartungen. Nach dem Triumph wurde dann wieder ein großer Schluck aus dem Pokal genommen, exzessiv gefeiert und Schäfer nahm seinen neuen goldenen Freund sogar mit auf’s Hotelzimmer. Die Trophäe durfte sich das Bett mit den Eheleuten Schäfer teilen.

Ob Wolfgang der Seher auch seine Tore in der kommenden Europapokalsaison voraussah, ist nicht zweifelsfrei überliefert, aber es waren einige. Davon zwei im Jahrhundertspiel gegen Dynamo Dresden. Bei diesem Spiel drehte Uerdingen nach einer 0:2 Hinspielniederlage einen 1:3 Pausenrückstand zu einem 7:3 Heimsieg, womit das Halbfinale des Europapokals der Pokalsieger erreicht wurde. Torschütze zum 4:3 und zum 7:3: Wolfgang „de Cup“ Schäfer!

Nach der Karriere meinte es das Leben leider nicht mehr so gut mit Schäfer. Durch schwere gesundheitliche Schädigungen und den damit einhergehenden täglichen Konsum von starken Schmerzmitteln, ist Schäfer frühverrentet und kampft darum seinen Lebensmut nicht zu verlieren.

Wolfgang Schäfer

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Bild: http://www.bundesliga.de/de/historie/1980/meldung_archiv.php?f=116418.php

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