Peter Cestonaro

Schon Peter Cestonaros Urgroßvater war jemand, der Herausforderungen annahm und um sein Glück zu finden aus der Heimat auszog. Den Ahnen zog es Ende des 19. Jahrhunderts aus Norditalien nach Mittelhessen. Rund ein halbes Jahrhundert später erblickte der Urenkel in Mittelhessen, genauer gesagt im damaligen Dillkreis, das Licht der Welt. Nachdem Peter Cestenaro beim heimischen SSV Langenaubach das Kicken erlernte, bewies er mit 18 Jahren, dass er einiges von der Mentalität des Urgroßvaters geerbt hatte. Cestonaro zog aus nach Duisburg, um sein Glück in der Bundesliga zu versuchen. Allerdings reichte es in zwei Spielzeiten nur zu einem kurzen Einsatz für den jungen Stürmer beim MSV. Der Wechsel mit 20 zurück zum Bezirksoberligisten Langenaubach, deutete zunächst darauf hin, dass es bei diesem einen Bundesligaeinsatz bleiben würde. Doch Cestonaro stürmte mit dem Heimatverein, dessen Trikot bereits sein Vater trug, in die hessische Landesliga Mitte und konnte somit wieder überregional auf sich aufmerksam machen. In der Landesliga schoss der mittlerweile als „Pelé des Westerwalds“ gerühmte Angreifer das junge Team auf Platz 7. Somit war der Dorfclub SSV Langenaubach hinter Hessenligist SSV Dillenburg die Nummer Zwei im Dillkreis.

Peter Cestonaro

Peter Cestonaro

Einige höherklassige hessische Vereine buhlten nun um den treffsicheren Stürmer und den Zuschlag erhielt der damalige Zweitligist SV Darmstadt 98. Cestonaro wagte also nochmals das Abenteuer Profifussball und nicht all zu weit weg von der Heimat gelang es dem Stürmer Fuß zu fassen. Schon im zweiten Jahr ballerte er die Darmstädter mit 25 Saisontoren regelrecht in die 1.Bundesliga. Es war der erste Aufstieg der Lilien und nach einem Jahr war das Abenteuer Bundesliga bereits wieder beendet. Die 98er stiegen als Tabellenletzter in die zweite Bundesliga ab. Cestonaros Bilanz: 23 Spiele, 5 Tore (hinter Mittelfeldspieler Uwe Hahn der zweittreffsicherste Akteur im Kader).

’79/80 und ’80/81 hießen die Gegner nicht mehr Bayern München und Borussia Mönchengladbach, sondern Röchling Völklingen und VfB Eppingen, was wieder konkurrenzfähigere Lilien bedeutete. Im ersten Jahr zurück in der 2. Bundesliga Süd wurde man Vierter und im zweiten Jahr konnte man die Meisterschaft der Südstaffel erringen und somit erneut in die Beletage des deutschen Fussballs aufsteigen. Erfolgreichster Torjäger war wieder Peter Cestonaro mit diesmal 17 Treffern. Im kommenden Bundesligajahr war es nur ein Tor weniger, aber auch 16 Bundesligatore reichten wieder nicht, um die Südhessen länger als ein Jahr in der 1.Bundesliga zu halten. Nun stieg man als Tabellensiebzehnter ab. Rekordtorjäger der Darmstädter Bundesligageschichte: Peter Cestonaro mit 21 Toren in 56 Spielen.

Zurück in der mittlerweile eingleisigen 2.Bundesliga fanden sich die Lilien im Mittelfeld der Liga wieder und Cestonaro zog es im Laufe der Saison nach Nordhessen zum KSV Hessen Kassel. Dort konnte der Stürmer aus Mittelhessen noch ins Aufstiegsrennen eingreifen, musste sich aber am Ende mit Platz vier zufrieden geben. Der 4.Platz und das knappe Scheitern am Aufstieg bleib nun Cestonaros und Hessen Kassels Schicksal der kommenden Jahre. 1983/84 wurde man wieder Vierter und 1984/85 rutschte man dramatisch am letzten Spieltag vom 1. auf den 4. Platz ab (2:0 verlor man gegen den Verfolger 1.FC Nürnberg, der sich nun genau wie Hannover 96 und der 1.FC Saarbrücken an den Nordhessen vorbei schieben konnte). 1985/86, in Cestonaros letzter Saison für den KSV, wurde man Fünfter und der Stürmer mit den italienischen Wurzeln verabschiedete sich als einer einer der erfolgreichsten Zweitligatorjäger aller Zeiten (245 Spiele, 111 Tore).

Den folgenden Niedergang des KSV Hessen konnte Cestonaro aus Oberliga Hessen beobachten, in der er noch drei Saisons die Schuhe für Eintracht Haigar, den mittlerweile erfolgreichsten Club aus seiner Heimat, schnürte. Dort wurde man 1987 Vizemeister der deutschen Amateure. Cestonaros Haigar unterlag in den Finalspielen ausgerechnet dem MSV Duisburg, dem einzigen Club bei dem Cestonaro in seiner Karriere nicht zum gefeierten Torjäger avancieren konnte.

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