Michael Rummenigge

Das kleine Brüder dem Erstgeborenen nacheifern ist nichts ungewöhnliches, wenn der Große allerdings Fußballprofi wird, können nur die Wenigsten gleichziehen. Michael Rummenigge ist dies gelungen, auch wenn er in seiner Laufbahn nicht die Meriten seines Bruders Karl-Heinz erlangen konnte. 17jährig folgte Micha Kalle 1981 zum FC Bayern. Da war der Große bereits ein Star und sowohl Kapitän der Münchner als auch der Nationalmannschaft. Gar zum zweiten Mal in Folge wurde Kalle Rummenigge ’81 zu Europas Fußballer des Jahres gekürt.

In diesem großen Schatten verlief Michaels Start im Münchner Starensemble sehr schleppend. Erst 1983 durfte er am 33.Spieltag sein erstes Bundesligaspiel als Einwechselspieler bestreiten. Im darauffolgenden Spieljahr hingegen gelang ihm fast wie aus dem Nichts der Sprung in die Stammelf (33 Spiele, 11 Tore). Und neben dem Platz wurde der kleine Rummenigge zur Bereicherung für die Stimmung. Teamkamerad Kalle Del’Haye trug seinerzeit immer Adidas-Trainingsanzug und Turnschuhe. Als der Kollege ausnahmsweise mal in Jeans und weißen Slippern zum Training erschien, fand er dieses Schuhwerk nach dem Training mit drei schwarzen Streifen verziert wieder. Jagdszenen sollen sich nun in der Kabine des Serienmeisters abgespielt haben.

Michael Rummenigge

Michael Rummenigge © sportschau.de

Die folgenden Jahre spielte Rummenigge eine gewichtige Rolle im Angriffsspiel der Bayern und konnte drei Deutsche Meisterschaften feiern. In diese Ära fallen auch seine beiden A-Länderspiele 1983 (gegen die Türkei) und 1986 (gegen Österreich). 1988 wechselte der gebürtige Lippstädter zurück nach Westfalen, zum regionalen Aushängeschild Borussia Dortmund. Mit nur vier Saisontoren in 32 Spielen, kam der Stareinkauf allerdings nicht an seine regelmäßig zweistelligen Münchner Trefferzahlen heran. Am Ende der Saison stand dennoch Borussias erster Titel seit über 20 Jahren. 1989 wurde Rummenigge mit dem BVB Deutscher Pokalsieger.

In den kommenden Jahren wechselte Michael Rummenigge vom Angriff ins Mittelfeld und gewann dort wieder die alte Torgefahr zurück. Unter Ottmar Hitzfeld wurde er zum Mannschaftskapitän und führte seine Team 1992 zur Vizemeisterschaft und ein Jahr darauf bis ins UEFA-Pokal-Finale, in welchem man sich Juventus Turin geschlagen geben musste. 1994 wagte Rummenigge zum Karriereausklang das Abenteuer J-League, wo er für die Urawa Red Diamonds noch zwei Saisons auf Tore- und Punktejagd ging.

Als er 1996 die aktive Laufbahn beendete, wurde aus dem gelernten Bankkaufmann ein erfolgreicher Unternehmer im Bereich Sportmarketing. Außerdem betreibt er eine Fußballschule und vertreibt Sportartikel unter eigenem Label. Zudem engagiert er sich sozial als Schirmherr für den Verein „Kinderlachen“ und die Initiative „Keine Macht den Drogen“. Privat hat er sich übrigens eine große Sammlung von Fußball-Devotionalien aus den 80ern aufgebaut. Dafür durchstöbert er regelmäßig ein großes Internetauktionshaus. Wer also bei Ebay auf ein Panini-Album der Saison 83/84 bietet, läuft Gefahr in letzter Minute vom potenter Bieter Michael Rummenigge überboten zu werden.

Bildquelle: http://www.sportschau.de/sp/tor_des_monats/html/popup.php5?show=details&id=151&cb=suche&spieler=Michael%20Rummenigge&seite=

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