Mark Strudal

In der Winterpause 1988/89 verpflichtete Borussia Dortmund Mark Strudal von Næstved BK. Der dänische Stürmer war damals der Shootingstar in seiner Heimat (gekürt zur Danish 1st Division Revelation of the Year 1988) und sollte Dortmunds Angriff verstärken. Dort tummelten sich bereits die etablierten Größen Norbert Dickel, Frank Mill und Michael Rummenigge. Strudal blieb also erstmal nur die Rolle des Einwechselspielers, um sich dadurch für höhere Aufgaben zu empfehlen.

Besonders bedroht vom jungen Rivalen sah sich offenbar Norbert Dickel. Beide waren ähnliche Spielertypen und gelegentlich musste Dickel für Strudal weichen. Es entwickelte sich eine kleine Imtinfeindschaft mit Sticheleien im Training, bei der Mannnschaftskollegen vorschlugen die Dauerfehde zu lösen indem beide im Trainingslager auf ein Zimmer müssten. Am nächsten Morgen würde nämlich vermutlich nur einer von beiden zum Frühstück erscheinen.

Mark Strudal

Mark Strudal

Zu Mord und Totschlag kam es nicht, gewissermaßen verhalf Strudal Dickel unfreiwillig sogar zum Legendenstatus in BVB-Kreisen. Der heutige Stadionsprecher der Borussen verletzte sich gegen Saisonende schwer am Knie, wollte aber im DFB-Pokalfinale 1989 ungern Platz für seinen Rivalen machen. Also spielte der scheinbar überraschend genesene Dickel und erzielte zwei Treffer beim 4:1 gegen Werder Bremen. Norbert Dickel war nun der Pokalheld und Mark Strudal hatte sich mit Trainer Horst Köppel im Vorfeld der Partie aufgrund dessen Personalpolitik überworfen.

Um Dickels Knie war es nach dem Pokalfinale ’89 schlimmer bestellt als zuvor und in der Folgesaison scheiterten seine zwei Comeback-Versuche. Zunächst spielte Dickel am 5.Spieltag erstmals für einige Minuten wieder, dann konnte er von 17. bis 21.Spieltag noch fünfmal für die Borussen auflaufen. Im letzten Spiel seiner Karriere am 15.12.1989 gegen Foruna Düsseldorf traf Dickel in der 90.Minute zum 1:1-Endstand. Nach dem Torjubel war er sozusagen Sportinvalide und spielte nie wieder eine Minute professionellen Fußball.

Mark Strudal wechselte nach dem Pokalsieg ’89 enttäuscht zu den Grashoppers nach Zürich und wurde dort Meister und Cupsieger der Schweiz. Nach zwei Jahren akzeptierte er eine allgemeine zwanzigprozentige Gehaltskürzung des hochverschuldeten Vereins nicht und ging zurück nach Dänemark, wo er zum Stürmerstar von Bröndby IF heranreifte. In Dortmund erinnern sich nur wenige noch an ihren zwölfmaligen BVB-Profi (1 Tor), Norbert Dickel dagegen wird auf ewig unvergessen bleiben.

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