Lothar Kobluhn

Gerd Müller war der Stürmer der Superlative. Rekorde wo man hinblickt. Ob national oder international, die Aufzählung all seiner Rekorde kann abendfüllend werden. So wundert es kaum, dass er als siebenmaliger Torschützenkönig mit Abstand die meisten Torjägerkanonen in Empfang nehmen durfte. Davon von 1972 bis 1974 gar dreimal in Serie. Dass diese Serie nicht von 1969 bis 1974 reichte, verhinderte 1971 der Oberhausener Lothar Kobluhn.

Der Mittelfeldspieler dürfte einer der bekanntesten Spieler der Oberhausener Bundesligajahre gewesen sein und der wohl am defensivsten spielende Torschützenkönig der Bundesligageschichte. Vorwiegend erzielte der Vorstopper seine Tore nach Standards, bei denen er mit nach vorne ging und mit seinen 187cm Körpergröße vor allem per Kopf Torgefahr ausstrahlte. Am Ende der Saison 1970/71 verbuchte er 24 Treffer und verwies den 22mal erfolgreichen Gerd Müller zusammen mit dem ebenfalls 22mal treffenden Karl-Heinz Vogt auf Platz 2. Die wohlverdiente Torjägerkanone bekam die RWO-Legende allerdings nicht verliehen. Es war das Jahr des Bundesligaskandals und Rot-Weiß Oberhausen stand im Fokus der Ermittlungen. Daher weigerte sich das Sportmagazin Kicker die Trophäe zu übergeben. Die Ehrung wurde erst 37 Jahre später im Jahre 2008 durchgeführt. Mittlerweile war genug Gras über die Sache gewachsen und Kobluhn kam zu seinem späten Ruhm.

Zweifelhafter Ruhm wurde Kobluhn bereits am 10. Oktober 1970 zuteil. Er war der erste Bundesligaspieler, der die neu eingeführte Rote Karte erhielt. Mit dieser Premiere und der Torjägerkanone 1971 ging der Mittelfeldspieler gleich zweifach in die Annalen der Bundesligageschichte ein und wird noch heute von vielen Fans in Oberhausen erkannt und angesprochen. Sein größter Moment; als er 1971 das letzte seiner 24 Saisontore am letzten Spieltag köpft. Es ist das 1:1 gegen Eintracht Braunschweig und sichert seinen Oberhausenern hauchdünn den Klassenerhalt. Dieses Oberhausen hat der bodenständige Vorstopper trotz lukrativer Auslandsangebote nie verlassen und lebt noch heute dort. Mittlerweile auch mit Torjägerkanone in der Wohnzimmervitrine.

Lothar Kobluhn

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