Lilian Laslandes

Am 1.10.2011 durfte der 1.FC Köln bei Hertha BSC antreten. Ein Abend der für die Köln-Fans bitter endete. 3:0 gewannen die Hauptstädter gegen die Geißbock-Elf. Einen Achtungserfolg konnten allerdings die Kölner Fans erzielen. Sie überklebten ein Schild der U-Bahn-Station Podbielskiallee mit dem Schrtiftzug „Podolskisallee“ und übernahmen die Verantwortung für diesen Akt mit einem „McKenna“-Schreiben an die Medien. Unterzeichnet wurde dieses Bekennerschreiber mit „Pazifistisches Kommando Lilian Laslandes“.

Lilian Laslandes

Lilian Laslandes © scapulaire.com

Damit huldigte die kreative Aktion nicht nur den aktuellen FC-Kickern Lukas Podolski und Kevin McKenna, sondern rief auch den fast schon vergessenen ehemaligen Kölner Stürmer Lilian Laslandes zurück ins Gedächtnis der Öffentlichkeit. Der französische Nationalstürmer kam 2002 als Leihgabe vom FC Sunderland aus der Premier League und sollte den FC mit seinen Toren vorm Abstieg retten. Nach 18 Spieltagen ging es damals in die Winterpause und der 1.FC Köln (15.Platz) hatte zu diesem Zeitpunkt gerade einmal 11 Treffer erzielen können. Im Sturm überboten sich Markus Kurth, Christina Timm, Marco Reich und Georgi Donkov Wochenenende für Wochenende in Sachen Harmlosigkeit.

Nun also der Messias Laslandes. Sunderland hatte den Stürmer erst im Sommer für fünf Millionen Euro aus Bordeaux verpflichtet, in Nordengland blieb der 7fache Nationalspieler (3 Tore) aber bis zum Winter in seinen 12 Einsätzen blass. Das eröffnete den Kölnern dieses Leihgeschäft, welches sich eigentlich für alle drei Beteiligten lohnen sollte. Köln bekommt neue dringend notwendige und ansonsten unerschwingliche Qualität im Sturm, Laslandes kann sich wieder in Form schießen und Sunderland spart den Posten des zur Zeit entbehrlichen Stürmers ein. Am Ende hatte nur Sunderland ein halbes Jahr Gehalt gespart, allerdings aus der Ferne zusehen müssen, wie sich der Marktwert ihres Millionentransfers weiter vernichtete.

Laslandes kam nur zu fünf Einsätzen für die Domstädter und blieb dabei torlos. Schnell sprach man bei dem Franzosen nur noch von „Laslandesliga“, da seine Darbietungen im Training und in den fünf Ligaspielen alles andere als profitauglich aussahen. Nun muss man fairerweise erwähnen, dass der zweifache französische Meister sich mit vielen kleinen Wehwehchen plagen musste, in einem halben Jahr drei Trainer beim FC kommen und gehen sah, sowie in eine erschreckend schwache Mannschaft kam, in der kein Stürmer in dieser Saison (außer Markus Kurth fünfmal in 30 Spielen) überhaupt das Tor traf. Trotz allem natürlich ein historischer Flop und Lilian Laslandes musste zwar danach weder in die Landesliga, noch mit den Kölnern zusammen in die 2.Bundesliga gehen, aber mit dem SC Bastia war seine kommende Station auch alles andere als europäischer Fußballadel.

Bildquelle: http://www.scapulaire.com/Seasonsbig.php?Page=Squads_Photos&TeamID=122

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