Lars Lunde

Lars Henri Lunde wurde 1964 in Nyborg, Dänemark geboren und verließ 20 Jahre später die nordische Heimat, um in Bern erste internationale Weihen zu erlangen. Beim BSC Young Boys spielte der Däne zwei starke Saisons und konnte im zweiten Jahr den Meistertitel und die Torjägerkanone erringen. Seine 21 Saisontore ließen Uli Hoeneß hellhörig werden und Bayerns Manager verstand es das dribbelstarke Talent nach München zu locken.

Beim FCB lockte der Kampf um die deutsche Meisterschaft und europäische Titel. Aber es wartete auch ein harter Konkurrenzkampf, bei dem andere die Nase vorn hatten. Da waren die etablierten Stürmer Roland Wohlfarth, Dieter Hoeneß und Michael Rummenigge, die zunächst den Vorzug erhielten. In der zweiten Reihe durfte Lunde mit Reinhold Mathy und Ludwig Kögl auf seine Chance lauern.

Lars Lunde

Lars Lunde © sueddeutsche.de

Der Dribbler versuchte sich über Kurzeinsätze zu empfehlen, strahlte dabei aber eine Torungefährlichkeit aus, die das Publikum zum Raunen brachte. Die aus Dänemark und der Schweiz bekannten Goalgetter-Qualitäten schienen ihm abhanden gekommen zu sein. Erst zum Saisonende kam der Däne besser in Tritt und traf im Topspiel gegen den Hamburger SV Ende März zum wichtigen 1:0. Bayern siegte 2:1 und hatte den ärgsten Rivalen um die Meisterschaft ’87 erfolgreich auf Distanz halten können. Auch eine Woche später netzte Lunde erneut ein und aus dem Chancentod schien doch noch die erhoffte Verstärkung zu werden. Im Saisonendspurt kam der Däne regelmäßiger zum Zuge und begann endlich auch Torgefahr auszustrahlen. Auch im Finale des Europapokals der Landesmeister kam Lars Lunde 1987 für Bayern zum Einsatz. Das Spiel zu wenden, vermöchte er allerdings nicht und Bayern München musste sich dem FC Porto 2:1 geschlagen geben.

In der kommenden Saison wollte Lunde zumindest seinen Status als Alternative und Edeljoker im Sturm der Bayern erhalten. Untermauert wurden diese Ambitionen gleich mit einem Jokertor am 1.Spieltag gegen den BVB. Es sollte sein einziger Saisontreffer bleiben und zehn Monate und acht Bundesligaeinsätze später brach der Däne seine Zelte in München wieder ab. Er war ein netter Kerl, durchaus talentiert, aber die Leistungen aus seiner Kopenhagener und Berner Zeit, die ihn zum dänischen Nationalspieler machten, konnte er bei Bayern allerhöchstens sporadisch bestätigen. Dem Wettbewerb beim FCB war er nicht gewachsen. In der Schweiz hatte Lunde aber noch einen herausragenden Namen und konnte beim FC Aarau anheuern.

Das Ziel in Aarau wieder an bessere Zeiten anzuknüpfen, wurde durch einen schweren Autounfall gestoppt. Lunde kreuzte bei Rot mit seinem Auto einen Bahnübergang und wurde von einem Zug erfasst. Er lag über 10 Tage im Koma und musste sich durch eine mühevolle und langwierige Reha quälen. Unterstützung erfuhr er dabei von seinem ehemaligen Manager Uli Hoeneß, der dem Ex-Spieler allerlei Unterstützung zukommen ließ und ihn sogar in seinem eigenen Haus aufnahm. Für eine erfolgreiche Fortsetzung seiner Profikarriere reichte es dennoch nicht mehr und Lunde beendete seine Laufbahn 1990 26jährig.

Heute arbeitet Lars Lunde als Pfleger in einer Aarauer Klinik und ist dem Fußball als Jugendtrainer erhalten geblieben. Beim FC Bayern ist ihm die fragwürdige Ehre zu Teil geworden am Anfang einer langen Serie von internationalen Stürmerfehleinkäufen zu stehen. Ekström, Hughes, McInally, Mihajlovic, Mazinho, Valencia, Papin… eine bemerkenswerte Reihe von Flops, die Lars Lunde eröffnen durfte.

Bildquelle: http://www.sueddeutsche.de/sport/erfolglos-beim-fc-bayern-bayerischer-scheiterhaufen-1.470777-2

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