Kevin Hansen

Es war der bis dato größte Kokainfund in der Geschichte der Bundesrepublik. 1,3 Tonnen der begehrten und teuer gehandelten Droge konnten Drogenfahnder im April 2010 im Hamburger Hafen sicherstellen. Laut Medienberichten gerät im Rahmen der Ermittlungen auch der Ex-Bundesligaprofi Kevin H. ins Visier der Polizei. Da erwähnt wird, H. wäre Profi bei Hansa Rostock gewesen, ist schnell klar, dass das H für Hansen steht.

Jener Kevin Hansen bestritt von 2002 bis 2007 insgesamt 27 Spiele (9x 1.Bundesliga) für die Rostocker und konnte dabei 3 Tore erzielen. Der große Durchbruch gelingt ihm zwar nicht, aber er ist ein Profi ohne Fehl und Tadel. Ein Fussballprofi, der sich auch wirklich professionell verhält und in seiner aktiven Zeit nie negativ auffällt. Dazu noch ein netter Kerl, beliebt in der Mannschaft und im Vereinsumfeld. Begonnen hatte die Bundesligakarriere verheißungsvoll. Gleich im 1.Spiel erzielt er seinen 1.Treffer für Hansa, überwindet Bayern-Keeper Olli Kahn. Doch zum Stammspieler wird es nie wirklich reichen, immer wieder wird Hansen von Verletzungen zurückgeworfen.

2007 wechselt der Mittelfeldspieler zu Erzgebirge Aue in die 2.Bundesliga und sein Verletzungspech bleibt ihm leider treu. Er kann kein einziges Spiel für die Auer absolvieren und muss 2008 seine Karriere beenden. Hansen zieht es zurück in die Hamburger Heimat, er kickt unterklassig für Hamm United und trifft auf alte Bekannte. Darunter auch einige dubiose Gestalten aus dem Drogenmilieu der Hansestadt. Diese Herrschaften importieren Kokain im großen Stil aus Südamerika und werden als die Los Paraguayos in die Geschichte eingehen. Kopf der Bande ist ein hauptberuflicher Panflötenspieler namens Pedro E. A. aus Paraguay. Ebenfalls ganz groß mit dabei: Kevins Jugendfreund Costa F. (ein Deutschgrieche aus Hamburg-Billstedt und selbst Fussballer in Hamburgs höheren Amateurklassen beim SV Lurup und Altona 93). Ein lukratives Geschäft, bei dem die Millionen in der Wohnung des Ex-Profis zwischengelagert werden. Costa F. und Kevin Hansen jetten nach Florida, offiziell machen sie Urlaub. In Wirklichkeit fädelt zumindest Costa F. den großen 1330kg-Deal ein.

Wieso der Fussballer, der von 3800€ Invalidenrente gut leben kann, zum Helfer wird, bleibt unklar. Klar ist nur, dass er um eine Anklage zur Beihilfe im Drogenhandel nicht herumkommt. Im Prozess ist er geständig, wird aus der U-Haft entlassen und kommt ins Zeugenschutzprogramm. Denn mit den Leuten, mit denen er sich scheinbar ohne Not eingelassen hat, ist alles andere als zu spaßen. Am Ende der Verhandlung wird der kooperative Nebenangeklagte dennoch zu zweieinhalb Jahren Haft ohne Bewährung verurteilt. Andere Paraguayanos bekommen lange Gefängnisstrafen. Sie werden noch einsitzen, wenn Kevin Hansen bald sein neues Leben nach der Haft beginnen wird.

Kevin Hansen

Kevin Hansen © Hamburger Abendblatt

Bild: http://www.abendblatt.de/hamburg/article1787212/Hansen-nicht-mehr-im-Zeugenschutz.html

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