José Horacio Basualdo

Rom, 8.Juli 1990, 20:00 Uhr. Pünktlich wird im Stadio Olympico das Finale der 14.Fußball-Weltmeisterschaft angepfiffen. Die Gegner heißen wie bereits vier Jahre zuvor Deutschland und Argentinien. Somit steht bereits beim Anpfiff fest, dass der VfB Stuttgart definitiv einen Weltmeister stellen wird. Entweder kehrt Guido Buchwald als frischgebackener Weltmeister nach Schwaben zurück oder Argentiniens Mittelfeldspieler José Basualdo.

1989 hatte sich der VfB aus Stuttgart – Bad Cannstatt die Dienste des Argentiniers gesichert. Wenige Wochen zuvor besiegte ein anderer Argentinier die Stuttgarter im UEFA-Pokal-Finale 1989. Diego Maradonas SSC Neapel behielt mit 2:1 und 3:3 in den Endspielen die Oberhand. Stuttgart, seinerzeit Bundesliga-Fünfter, war gewillt weiter in der nationalen Spitze zu verbleiben und musste dafür investieren. Man hatte 1989 neben Stürmerstar Jürgen Klinsmann auch den Mittelfeldstrategen Srecko Katanec ziehen lassen, eine Lücke die José Basualdo als prominentester Neuzugang dieses Sommers schließen sollte.

José Horacio Basualdo

José Horacio Basualdo © kicker.de

Basualdo kam von Deportivo Mandiyu an den Neckar und konnte sich in seiner ersten Saison in Deutschland mit 28 Ligaspielen (2 Tore) für den WM-Kader des amtierenden Weltmeisters Argentinien empfehlen. Bei der Endrunde in Italien wurde Basualdo in allen sieben Spielen der Argentinier eingesetzt. Es war eine durchwachsene WM des Titelverteidigers, der mit nur zwei Siegen nach regulärer Spielzeit (in der Vorrunde gegen die Sowjetunion und im Achtelfinale gegen Brasilien) ins Finale einzog. Man wurde Gruppendritter, schlug Brasilien und hatte gegen überlegene Jugoslawen und ebenso stärkere Italien zweimal Glück im Elfmeterschießen.

Nun also wieder ein Endspiel gegen die Bundesrepublik Deutschland, die in diesem Turnier überragte. Wieder waren die Argentinier das schwächere Team. Keine einzige Torchance konnten sie sich in 90 Minuten erarbeiten. Die Deutschen dagegen scheiterten mehrmals an dem erneut überragenden Schlussmann Sergio Goycochea. Argentiniens Dreh- und Angelpunkt Maradona wurde vom Stuttgarter Buchwald 90 Minuten aus dem Spiel genommen. Ein Strafstoß in der 85.Minute brachte dann die Entscheidung. Andreas Brehme konnte den Elfmeterkiller Goycochea überwinden. Wenige Minuten später hieß der Stuttgarter Weltmeister Buchwald und nicht Basualdo.

José Basualdo kehrte nun als Vizeweltmeister zum VfB Stuttgart zurück. Den sechsten Platz der Saison 1989/90 konnte man 1991 bestätigen. International erreichte der Argentinier mit den Schwaben ’89/’90 das UEFA-Pokal-Achtelfinale (ausgeschieden gegen Royal Antwerpen), während man sich kommende Saison leider nicht für den internationalen Wettbewerb qualifizieren konnte. Unter Christoph Daum fand Basualdo 1991 nach durchwachsener Hinrunde immer weniger Berücksichtigung in der Stammelf (die mit Gaudino, Sammer, Buck und Kögl über weitere Hochkaräter im Mittelfeld verfügte), so dass er im Sommer ’91 die Freigabe erhielt.

Basualdo kehrte zurück nach Argentinien und wurde Teil der Erfolgsmannschaft von Vélez Sársfield, die 1994 die Copa Libertadores und den Weltpokal holen sollte. Der VfB Stuttgart dagegen feierte 1992 ohne Basualdo die erste gesamtdeutsche Meisterschaft.

Bildquelle: http://www.kicker.de/news/fussball/intligen/startseite/artikel/511075/

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