Jacobus „Co“ Prins

Jacobus Prins, von allen nur Co gerufen, war einer der ersten Ausländer in der Bundesliga und der erste Ausländer, der eine Rote Karte sah. Es war 1963, im Premierenjahr der Bundesliga, als sich Co Prins dem 1.FC Kaiserslautern anschloss. Obwohl nur wenige 100 Kilometer von Kaiserslautern entfernt geboren, war der niederländische Nationalspieler (10 Einsätze / 3 Tore) in der Pfälzer Mannschaft ein absoluter Exot.

Seine Mitspieler kamen weitgehend aus einfachen Verhältnissen und entstammten der Pfalz, Prins dagegen fuhr Cadillac und zündete sich seine Zigarren mit Geldnoten an. So einer hatte bei den Mitspielern und den Zuschauern am Betzenberg keinen leichten Stand. Seine technischen Kabinettstückchen sorgten zwar für eine Bereicherung des Lauterer Spiels, gleichwohl gönnte er sich zahlreiche Kunstpausen. Während der Edeltechniker Prins gefeiert wurde, wurde der lustlose Stehgeiger Prins gnadenlos ausgepfiffen. Prins antwortete auf die Schmähungen, indem er einmal seine Hose runter zog und dem Publikum den blanken Hintern präsentierte.

Jacobus „Co“ Prins

Jacobus „Co“ Prins © 11freunde.de

Zum ganz großen Skandal während seiner Lauterer Zeit entwickelte sich die Entführung seiner Verlobten. Der Entführer war kein geringerer als er selbst. Denn sie, Balletttänzerin und Mannequin, war noch minderjährig und viel auf Reisen. Das gefiel Co gar nicht, wollte er sie doch immer bei sich haben. So reiste er ihr zu einem Auftritt nach, steckte sie in sein Auto und verschwand mit ihr für lange Zeit. Die Eltern, eh keine Freunde des niederländischen Playboys, waren außer sich und erstatteten Strafanzeige. Prins drohten nun bis zu fünf Jahren Gefängnis. Zum Glück wurde seine Verlobte wenig später volljährig und die Hochzeit konnte vollzogen werden. Danach lenkten auch die neuen Schwiegereltern ein.

Solide wurde Co Prins nun keineswegs. Er verkehrte auch weiterhin als Stammgast im Mannheimer Rotlichtmilieu und genoss das süße Leben (Frauen, Alkohol und Glücksspiel) in vollen Zügen. Nach zwei Saisons (37 Spiele / 9 Tore) war für ihn beim 1.FCK Schluss. Das Heimweh packte ihn und er kehrte zu Ajax Amsterdam zurück. Dort spielte er, gebürtiger Amsterdamer, bereits vor seinem Gastspiel am Betze. Bei Ajax schoss er ebenso in zwei Jahren neun Tore (diesmal in 39 Spielen) und konnte nicht ganz an seine Glanzzeiten als unumstrittener Stammspieler anknüpfen.

1967 verließ er 29jährig Europa, um als Fußballentwicklungshelfer in den USA erfolgreich zu sein. Kurz bevor der Stern der NASL (mit New York Cosmos oder den Tampa Bay Rowdies) in den USA aufging, spielte Co Prins in der Vorgängerliga NPSL (National Professional Soccer League). Er ging zunächst für die Pittsburgh Phantoms und dann für die New York Generals auf Torejagd. Ausgerechnet zum Start der NASL, kehrte Prins den USA wieder den Rücken und heuerte erneut in seiner Heimat an. MVV Maastricht, Vitesse Arnheim und Helmond Sport hießen seine letzten drei Stationen als Profi, ehe er 1974 seine Laufbahn beendete.

1981 hatte Prins an der Seite der Schauspieler Sylvester Stallone und Michael Caine, sowie anderen Fußballstars wie Pelé, Osvaldo Ardiles oder Bobby Moore, eine Rolle in dem Film „Flucht oder Sieg“ (Escape to Victory) ergattert. Darin war er Teil einer Kriegsgefangenelf, die in Paris gegen eine Wehrmachtsauswahl kickte und dieses Spiel zur Flucht nutzte. Der Beginn einer großen Leinwandkarriere wurde es allerdings nicht und Prins spielte weiter Fußball im Altherrenbereich. 1987 starb er während eines solchen Spiels in Antwerpen 49jährig an einem Herzinfarkt. Ein Exzentriker, der sehr jung starb, aber im Prinzip Anekdoten für drei Leben hinterließ.

Bildquelle: http://alt.11freunde.de/geschichtsstunde?page=43

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