Horst Steffen

Horst Steffen ist seinem Vater über 200 Bundesligaspiele voraus. Genau genommen hat Vater Bernhard Steffen gar kein Bundesligaspiel gemacht, da ihm als treuem Spieler von Fortuna Düsseldorf zunächst die Aufnahme in die 1.Bundesliga verwehrt blieb und schließlich eine Verletzung nach Fortunas erstem Aufstieg 1966 einen Einsatz im Oberhaus verhinderte. So musste der zweifache Nationalspieler (unter Sepp Herberger) und zweifache Vizepokalsieger (1957 und 1958) die überaus erfolgreiche Spielerkarriere ohne einen Bundesligaeinsatz 1966 beenden.

Drei Jahre später kam Sohn Horst zur Welt und wurde von seinem Vater, der nun Jugendleiter bei Bayer Uerdingen war, früh gefördert und auf die Bahn in Richtung Bundesliga gelenkt. Bereits 19jährig wurde Horst Steffen frisch aus der A-Jugend kommend sofort Stammspieler in der 1.Mannschaft von Bayer 05. 33 von 34 Bundesligaspielen sind die stolze Bilanz des Newcomers im ersten Jahr. Zuvor feierten Vater und Sohn die deutsche A-Jugend-Meisterschaft 1987 (zusammen mit den späteren Profis Ansgar Brinkmann und Marcel Witeczek). In den Medien wurde Steffen zum Toptalent des deutschen Fußballs stilisiert.

Horst Steffen

Horst Steffen

Neben diesem Titel brachte der Jugendnationalspieler auch eine abgeschlossene Ausbildung zum Sozialversicherungsfachangestellten mit in die Profilaufbahn. 90 Bundesligaspiele (7 Tore) in drei Jahren und 10 U21-Länderspiele weckten das Interesse zahlreicher anderer Bundesligisten. Horst Steffen, beraten vom Vater Bernhard, entschied sich für Borussia Mönchengladbach und bleib somit im Rheinland beheimatet. Nach einem durchwachsenen ersten Jahr fand der gebürtige Krefelder allerdings weder unter Jürgen Gelsdorf, noch unter Bernd Krauss Berücksichtigung in der 1.Elf der Fohlen.

Der junge Mittelfeldspieler entschied sich nun zu einer Rückkehr in das gewohnte Umfeld, um die Karriere neu zu befeuern. Das gelang zurück bei Bayer 05 Uerdingen auch hervorragend. Unter Trainer Friedhelm Funkel wurde Steffen wieder unantastbarer Stammspieler und Leistungsträger. Nach dem Abstieg 1996 allerdings brach der Blondschopf die Zelte an der Grotenburg wieder ab und wechselte zum Noch-Bundesligisten MSV Duisburg. Wieder bleib er also dem Rheinland treu und sollte auch an der Wedau zu seinen Einsätzen kommen.

2000 musste Horst Steffen jedoch auch mit dem MSV einen Abstieg hinnehmen. Er, in der vergangenen Saison kaum noch berücksichtigt, entschied sich zu bleiben und spielte noch drei Jahre im Unterhaus für die Zebras. Danach beendete er seine aktive Karriere und wurde wie der Vater Jugendtrainer. Er leitete bereits Jugendteams in Duisburg und Mönchengladbach und will die Stars von Morgen so formen, wie sein Vater ihn einst förderte.

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