Günter Breitzke

Der 1967 in Köln geborene Mittelfeldspieler Günter Breitzke kickte bis 1988 beim SC Brück aus Köln-Kalk. Parallel dazu begann er eine Lehre zum Maler und Lackierer, die er aber abbrach, als die Chance auf eine Profikarriere zum Greifen nahe war. Jemand, der zu Borussia Dortmund wechselt, muss sich ganz auf den Fußball konzentrieren können, dachte sich Breitzke. Und siehe da, der technisch begabte Mittelfeldspieler setzte sich als Vollprofi beim BVB durch und durfte 1989 seine erste Profisaison mit dem Pokalsieg krönen. In der Liga gelangen ihm außerdem 10 Tore in 31 Spielen. Eine Debütsaison aller Achtung.

In den kommenden drei Jahren BVB wurden die Einsatzzeiten sukzessive weniger für den torgefährlichen Mittelfeldspieler. Bei der namhaften Konkurrenz um Möller, Zorc, Rummenigge, Poschner oder MacLeod sicher keine Schande, aber eben auch nicht mehr das was den Kölner vollends befriedigte. In seiner Abschiedssaison 91/92 wurde Breitzke nochmal Vizemeister und durfte dazu in 12 von 36 Spielen beitragen. Die Karriere wieder in Gang bringen sollte nun ein Wechsel zurück an den Rhein.

Günter Breitzke

Günter Breitzke

Der neue Arbeitgeber hieß Fortuna Düsseldorf und war gerade aus der 1.Bundesliga abgestiegen. Für Breitzke wurde es ein enttäuschendes einjähriges Gastspiel, denn die Fortuna wurde in die Drittklassigkeit durchgereicht. Da halfen auch seine 7 Tore in 27 Spielen nicht. Breitzke sicherte die Klasse dagegen mit einem Wechsel zum Wuppertaler SV, aber auch dort blieb er zunächst nur ein Jahr und musste den nächsten Abstieg hinnehmen. Nun heuerte er für eine Saison beim FC 08 Homburg an und schaffte den traurigen Abstiegshattrick aus der 2.Bundesliga.

Diesmal trat auch Breitzke den Gang in die höchste Amateurklasse an, allerdings nicht mit Homburg, sondern durch einen Transfer zu seinem alten Club Wuppertaler SV. An der Wupper und in Aachen mischte einer der letzten Straßenfußballer noch für drei Jahre im höherklassigen Amateurfußball mit, ehe die Karriere bei unterklassigen Kölner Vereinen ausklang. Nach der Karriere folgte die große Leere. Breitzke lebte während seiner Profilaufbahn auf großem Fuß und gehörte am Ende zu den Profis, die ihre Karriere mit Schulden anstatt Vermögen beendeten.

Erlernt hatte er ja keinen klassischen Beruf und eine Chance dem Fußball erhalten zu bleiben, tat sich für ihn nicht auf. Bis heute lebt der einstige Großverdiener von Arbeitslosengeld und findet keine Anstellung. Anerkennung dagegen gibt es immer mal wieder bei seinen Auftritten für die BVB-Traditionself. Die alten Kameraden zahlen dem ALG-II-Empfänger das Zugticket und spenden somit Abwechslung zum tristen Alltag in der kleinen Kölner Zwei-Zimmer-Wohnung.

Breitzke gehört als arbeitsloser und verarmter Ex-Profi allerdings keiner kleinen Minderheit an. Rund ein Viertel der ehemaligen deutschen Bundesligaprofis soll mittlerweile verarmt leben. Beim 1985er-Bundesligakader von Eintracht Braunschweig soll laut Erhebungen der Vereinigung der Vertragsfußballer (VdV) sogar die Hälfte der einstigen Profis heutzutage von Arbeitslosengeld bzw. Sozialhilfe leben. Falsche Anlagemodelle, Luxusgüter und mangelnde Berufsbildung sind häufige Gründe für den sozialen Absturz nach den wenigen lukrativen Jahren als Profifußballer.

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