Gheorghe Popescu

2002 war Hannover 96 nach 13 Jahren wieder zurück in der 1.Bundesliga. Diese lange Abstinenz machte sich schnell sportlich bemerkbar. Zog man in der 2.Bundesliga noch einsam seine Kreise an der Tabellenspitze, ging es im Oberhaus ganz anders zur Sache und Hannover musste von Anfang an gegen den Abstieg kämpfen. Kaum verwunderlich, dass man nach vier Auftaktniederlagen nochmal auf dem Transfermarkt tätig wurde. Die Niedersachsen verpflichteten von La Coruna das Trio Fernando, José Manuel und Jaime (wovon nur Letzterer eine Verstärkung war) und aus Bolton den Ex-Torschützenkönig Fredi Bobic.

Prompt wurden sie von Bobic am 5.Spieltag zum 1.Saisonsieg geschossen und fingen langsam an regelmäßig zu punkten. Dennoch überwinterte man auf einem Abstiegsplatz (Sechzehnter mit drei Punkten Rückstand), was Manager Ricardo Moar und Trainer Ralf Rangnick nochmals handeln ließ. Sie suchten einen erfahrenen Stabilisator für die anfällige Defensive und sie fanden Gheorghe Popescu. Der sechsmalige rumänische Fußballer des Jahres brachte die Erfahrung aus 115 Länderspielen und drei WM-Endrunden-Teilnahmen mit. Eigentlich wollte der 35jährige seine große internationale Karriere in Rumänien ausklingen lassen und unterschrieb 2002 einen Vertrag bei Dinamo Bukarest. Aber die Chance doch noch den Grand Slam des Fußballs zu schaffen, war einfach zu verlockend.

Gheorghe Popescu

Gheorghe Popescu © sueddeutsche.de

Dieser Grand Slam hat nichts mit Tennis zu tun, sondern umschreibt das Kicken in den vier Topligen Europas. Popescu spielte in England für Tottenham Hotspur (94/95), in Spanien für den FC Barcelona (95-97) und in Italien für US Lecce (2001/02). Mit dem Hannover-Gastspiel konnte der Rumäne auch noch die deutsche Bundesliga abhaken. Das schaffte vor ihm nur ein anderer Fußballer. Jetzt durfte Popescu im Karriereherbst noch den Abstiegskampf in der Bundesliga kennen lernen und sollte eine löchrige Abwehr stopfen.

Gheorghe Popescu enttäuschte die Erwartungen nicht und half in 14 Rückrundenspielen (ein Tor) eindrucksvoll bei der Mission Klassenerhalt der 96er. Am vorletzten Spieltag sicherten sich die Niedersachsen den Verbleib im Oberhaus durch ein Last-Minute-Tor von Jiri Stajner. Drei Tage später gab ein sichtlich zufriedener Weltstar sein Karriereende bekannt. Das 2:2 gegen Borussia Mönchengladbach war das letzte Spiel seiner aktiven Laufbahn. Heute ist Popescu ein erfolgreicher Unternehmer in seiner Heimat und wickelt dort Immobiliengeschäfte ab.

Bildquelle: http://www.sueddeutsche.de/sport/fussball-ral-van-nistelrooy-und-co-altersheim-bundesliga-1.979598-7

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