Franz Michelberger

In diesen Tagen konnte der Lauterer Stürmer Adam Nemec einem neuen Verletzungsumstand zur Bundesligapremiere verhelfen. Der Tscheche fiel bei der Kirschernte vom Baum und brach sich dabei zwei Brustwirbel und das Schlüsselbein. Dieser Gartenunfall zwingt den Angreifer zu mindestens drei Monaten Pause und reiht sich ein in eine lange Liste von kuriosen Verletzungsgründen in der Bundesligageschichte.

Der tolle Fall der pfälzischen Kirschblütenkönigin, ruft so manchen Pechvogel in Erinnerung, dessen Verletzungsgründe zum Schmunzeln oder Kopfschütteln angeregt haben. Darunter ganz bestimmt auch Bayernprofi Franz Michelberger, der 1975 im Trainingslager des FCB in Israel die Bekanntschaft mit einem einheimischen Kamel machte. Das Wüstenschiff entpuppte sich allerdings artuntypisch als Löwen-Fan und schubste den Fußballer gegen die Treppen des Reisebusses. Resultat der tierischen Begegnung war eine Knieprellung für den Mittelfeldspieler.

Franz Michelberger

Franz Michelberger © 20min.ch

Dank dieser medienwirksamen Geschichte blieb der Name Michelberger den Bayern-Fans noch länger geläufig, als seine mageren vier Einsätze in zwei Jahren es möglich gemacht hätten. Zwischen 1974 und 1976 verstärkte der Jugendnationalspieler 18jährig den frischgebackenen Europapokalsieger der Landesmeister. Klar, dass der Jungspund sich erstmal hinten anstellen musste, in einem Kader voller Weltmeister und Europapokalsieger. Erst am 22. Februar 1975 durfte Michelberger für die 10 letzten Minuten gegen den 1.FC Köln mittun. Bis zum Saisonende, an jenem der FCB sich auf Platz 10 einreihte, folgten noch zwei weitere Einsätze. Im Europapokal musste der junge Mittelfeldfeldspieler dagegen die gesamte Saison zusehen, so auch im Finale gegen Leeds United, wo der FC Bayern München seinen Titel verteidigen konnte.

Nach ein paar Wochen Urlaub begann im Juli 1975 die Vorbereitung zur neuen Saison für Europas zweimalige Champions, inklusive des angesprochenen Trainingslagers in Israel. Nach seiner kuriosen Verletzung kam der Jungprofi leider nicht so gut in Tritt wie das Kamel und es gesellte sich nur noch ein weiterer Einsatz zu Michelbergers Bayernbilanz. Mit einem weiteren Sieg im Europapokal der Landesmeister im Gepäck und als nomineller Weltpokalsieger, verließ der gebürtige Fulgenstädter die Bayern in Richtung BSV Schwenningen. In der schwäbischen Heimat wurde der Mittelfeldmann zum Stammspieler des Zweitligisten und empfahl sich für den Ligakonkurrenten Eintracht Trier. Dort war er als Allrounder in der Offensive von 1977-1981 gesetzt, unterbrochen wurde die Karrierestation an der Mosel nur von einem einjährigen Gastspiel für Stade de Reims in Frankreich.

1981 erfolgte dann der Wechsel zu den Kickers Offenbach, wo Michelberger die Mainstädter 1982/83 mit 19 Toren in die 1.Bundesliga schoss. In der missglückten Mission Klassenerhalt kam der Pendler zwischen Sturm und Mittelfeld noch auf 30 Einsätze und sechs Tore und ließ danach seine Karriere in der Schweiz ausklingen. Im Gepäck diemal kein Titel, aber die Gewissheit, dass es doch noch zum Bundesligastammspieler gereicht hat.

Bildquelle: http://www.20min.ch/sport/weitere/story/11562260

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