Eike Immel

1978 debütierte Eike Immel als 17jähriger im Tor des BVB. In den folgenden Jahren ragte er als einer der Wenigen aus einer oft mittelmäßigen Dortmunder Mannschaft heraus und konnte sich so sogar in den Fokus des Bundestrainers spielen. Zwar musste er sich hinter Toni Schumacher und Uli Stein einordnen, aber auch als Nummer zwei oder drei ließ es sich gut mit den Mannschaftskameraden zocken. So war der gebürtige Stadtallendorfer in den Quartieren der Nationalelf beim Würfeln oder Karten spielen immer vorne mit dabei. Mal gewann er 40.000 DM, mal verlor er ähnlich hohe Summen. Einem Buch namens Anpfiff und einer Suppenkasper-Affäre verdankte Immel schließlich die Rolle der Nr. 1 im deutschen Tor bei der EM 1988. Nach dem Turnier war er nicht mehr unumstritten und Bodo Illgner drängte nach. Immel trat aus der Nationalelf zurück, als Illgner den Vorzug in einem WM-Qualispiel gegen Finnland bekam und somit brachte er sich um seinen einzigen internationalen Titel. National gab es in seiner Karriere immerhin die Deutsche Meisterschaft 1992 mit dem VfB Stuttgart zu bejubeln.

Ansonsten lag Immel eher das Verjubeln. Neben den verhältnismäßigen Peanuts am Spieltisch, ging richtig viel Asche für Autos und Frauen drauf. Den größten verlust machte er allerdings mit Immobiliengeschäften. Bei so genannten Bauherren-Modellen versenkte er eine halbe Million Mark für Luxushäuser in Hagener Sozialsiedlungen. Als nach der Karriere die regelmäßigen Einkünfte fehlten, die Ausgaben aber weiterhin horrend waren, musste Immel letzlich sogar Privatinsolvenz anmelden.

Immel war ganz unten. Arbeitlos, Pleite und plötzlich auch noch angeklagt. Er soll einen Freund um Geld betrogen haben und wurde dafür vom Gericht rechtmäßig verurteilt. Wenig später durfte er sich wegen Kokainskaufs vor Gericht verantworten und in seiner Misere war er sich auch nicht zu Schade für 70.000€ am Dschungelcamp teilzunehmen. Es reichte immerhin für Platz fünf und gemeinsam mit Campkollege Bata Illic wurden fortan Schlager produziert.

Er wird wohl nie wieder einen Porsche zu Schrott fahren können, aber vielleicht findet er so wenigstens den Weg aus der Insolvenz.

Eike Immel

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Bild: http://www.welt.de/sport/article1069134/Die_Karriere_von_Eike_Immel.html

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