Andreas „Zecke“ Neuendorf

Den waschechten Berliner Jungen Andreas Rainer Neuendorf zog es 1994 von den Reinickendorfer Füchsen zu Bayer 04 Leverkusen. Bei einem Waldlauf wurde er von einer Zecke gebissen und musste mit Verdacht auf Blutvergiftung ins Krankenhaus eingeliefert werden. Bei seinem Comeback im Mannschaftskreis hieß es nur „Da ist die Zecke ja wieder“ und fortan wurde der Zweitname Rainer gegen Zecke eingetauscht. Irgendwann fiel auch Andreas weg und es gab nur noch Zecke Neuendorf.

Mit neuem Namen im Gepäck ging es zurück nach Berlin, genauer gesagt zu Hertha BSC. Inspiriert vom Mannschaftskameraden Marcelinho, dachte sich Zecke (der mittlerweile schon gar nicht mehr auf Andreas reagierte), sein Spitzname auf dem Trikot würde sich gut machen. Aber nicht mit der DFL, denn Ordnung muss sein und überhaupt, da kann ja jeder kommen. Künstlernamen gibt es nur geflockt, wenn sie auch im Pass stehen. Nur wie bekommt man als deutscher Fussballer einen Künstlernamen in der Perso eingetragen, erst recht wenn man kein zweiter Maradona ist?

Die Lösung bestand aus Pinseln, Farbe und zwei Leinwänden. Zecke malte 2001 zwei Gemälde und versteigerte diese. Nun war seine Künstlertätigkeit ausreichend belegt und die Pass- und Ausweisstelle in Zeckes Meldebezirk modifizierte seinen Personalausweis. Nun gingen zwangsweise auch die DFL-Lämpchen auf grün und Zecke, verbissen wie sein Namenspatron, hatte seinen Willen bekommen.

Zum Schluss lassen wir den Künstler selbst zu Wort zu kommen. Über sein Werk:

„Zuerst habe ich das linke Bild gemalt. Das mit den blauen und schwarzen Vierecken. Mit Rot hab ich auch nicht gespart. Ich sehe darauf zwei Augen, einen Mund und eine Nase. Ich habe das Bild dann in alle vier Richtungen gehalten und ich fand, ich muss es „Gesicht 2001“ nennen. Das Gesicht ist ein bisschen ernst, aber 2001, das zur Erklärung, war für mich als Fußballer ja nicht das beste Jahr. Nachdem ich „Gesicht 2001“ fertig hatte, habe ich die Pinsel sauber gemacht und mich dem nächsten Bild gewidmet. Das ist das auf dem Foto rechts – mit den roten und blauen Farben. Es heißt „Krickelkrakel 2001″. Man sollte über meine Bilder nicht lächeln, sondern es selbst versuchen. Vielleicht muss ich mich als Maler erst mal etwas zur Ruhe setzen, weil das Training unter Huub Stevens ziemlich hart ist. Eventuell aber male ich in diesem Jahr noch zwei Bilder. Ich bin spontan. Ich bin halt Künstler.“

Andreas Zecke Neuendorf

Andreas Zecke Neuendorf

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