Andreas Brehme

„Ich geb‘ mein ganzes Geld für Fußball aus, für Barmbek-Uhlenhorst“, heisst es einprägsam formuliert im Fansong des HSV Barmbek-Uhlenhorst. Und wer diese Zeilen von 1978 bis 1980 beim ehemaligen Zweitligisten beherzigte, half dabei, dass der kleine HSV einem talentierten Hamburger Jung ein paar Mark Vergütung zahlen konnte. Das große Talent wurde am 9. November 1960 in der Hansestadt geboren und lernte ab dem sechsten Lebensjahr das Kicken bei BU. Später erlernte er in Hamburg auch den Beruf des KFZ-Mechanikers, seine Brötchen sollte er allerdings letztlich mit Fußball spielen verdienen.

Der erste kleine Schritt in Richtung große Karriere war 1980 der Wechsel vom drittklassigen Heimatverein aus Hamburg in die 2.Bundesliga zum 1.FC Saarbrücken. Topleistungen reduzierten diese Episode auf ein Jahr und 1981 debütierte Andreas Brehme für den 1.FC Kaiserslautern in 1.Bundesliga. Dort avancierte der Außenverteidiger zum Star und wurde 1984 Nationalspieler. Logische Konsequenz war 1986 der Wechsel zu Deutschlands erster Fußballadresse nach München (Deutscher Meister 1987) und bereits zwei Jahre später wurde sein üppiger Verdienst von Inter Mailand überwiesen. Vier Jahre Italien (zusammen mit den Nationalmannschaftskollegen Klinsmann und Matthäus) hießen damals vier Jahre in der stärksten Liga der Welt. Im damaligen Lire-Paradies konnte Brehme 1990 auch seinen größten Triumph feiern. Allerdings trug er dabei nicht das schwarz-blaue Inter-Trikot, sondern den Dress mit dem Bundesadler. Es war eine herrliche Sommernacht in Rom, in der Andi Brehme den Elfmeter im WM-Finale 1990 gegen Argentinien verwandelte und unsterblich wurde.

Über ein kurzes Gastspiel in Saragossa, landete der WM-Held 1993 wieder am Betzenberg. Dort wollte er die letzten fünf Jahre seiner aktiven Karriere verbringen, die außerordentlich turbulent verlaufen sollten. 1996 stieg der 1.FCK überraschend erstmals aus der 1.Bundesliga ab und Mitweltmeister Rudi Völler musste den weinenden Kumpel Brehme trösten. Bereits eine Woche später konnte Brehme wieder eine Trophäe in den Nachthimmel recken. Der Absteiger gewann 1996 den DFB-Pokal gegen den Karlsruher SC.

Den Betriebsunfall richten sollte der alte Haudegen Otto Rehhagel (zuvor bei Bayern München geschasst), mit dem Routinier Brehme als verlängertem Arm auf dem Platz. Das Unternehmen Wiederaufstieg gelang und mehr noch, Lautern wurde 1997/98 als Aufsteiger Deutscher Meister, was als die größte Sensation der Bundesligageschichte bezeichnet wird. Der 37jährige Brehme stand zwar in dieser Saison nur noch fünfmal aktiv auf dem Rasen, dennoch war es ein krönender Abschluss für eine ganz große Karriere.

Was bleibt, neben über 300 Spielen in der 1.Bundesliga, über 100 Spielen in der Serie A, 86 Länderspielen, einer Nacht in Rom, zwei Deutschen Meisterschaften, einem Scudetto und dem UEFA-Pokalsieg mit Inter, so wie einem DFB-Pokalsieg, sind zweifelsohne Brehmes Sprüche. „Haste Scheiße am Fuß, haste Scheiße am Fuß“ oder „Wenn der Mann in schwarz pfeift, kann der Schiedsrichter auch nichts mehr machen“, werden gerne zitiert. Darum erteilen wir auch an dieser Stelle Andreas Brehme das Wort zum Abschluss: „Bedanken möchten wir uns auch bei den Fans, auf denen wir uns immer verlassen konnten.“

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